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Fast unbemerkt mitten in der Nacht berät der Bundestag am 8. Oktober in 1. Lesung das Erste Kinder- und Jugendhilfe-Strukturreformgesetz (1. KJHSRG). Zwischen den vielen Reformvorhaben auf Bundesebene droht diese Reform unterzugehen, obwohl der Umbau der Kinder- und Jugendhilfe tief in das Leben von Kindern, Jugendlichen und Familien eingreift. Der Paritätische in Bayern warnt: Wird am falschen Ende gespart, fallen ausgerechnet die Kinder mit dem größten Bedarf durchs Raster. Bisher haben stark belastete Kinder, Jugendliche und Familien einen individuellen Rechtsanspruch auf passgenaue Hilfe. Künftig soll die individuelle Hilfe nachrangig werden. Sie greift erst, wenn ein allgemeines sogenanntes Infrastruktur- oder Regelangebot den Bedarf nicht decken kann. Diese Angebote, soweit sie aktuell bereits existieren, sind oft dadurch charakterisiert, dass sie Kinder in Gruppen oder mit einem geringeren Betreuungsaufwand begleiten
Teilnehmer*innen der 25. Peer Counseling Weiterbildung in Uder Foto: bifos
Berlin (kobinet)
Die Nachfrage nach der Peer-Counseling-Weiterbildung des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) ist groß. Deshalb bietet das bifos im kommenden Jahr einen zusätzlichen Weiterbildungsgang an. Die berufsbegleitende Weiterbildung startet am 10. Juni 2027 in der Jugendbildungsstätte Duderstadt und endet im Mai 2028. In sechs mehrtägigen Blöcken geht es unter anderem um die Geschichte der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung, die Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung sowie klientenzentrierte und systemische Beratung. Weitere Themen sind Persönliche Zukunftsplanung, Teilhabeplanverfahren, Persönliches Budget und Netzwerkarbeit. Die Weiterbildung wird von Trainer*innen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung durchgeführt – peer to peer eben, wie das bifos den kobinet-nachrichten mitteilte.
261007_Petitionsübergabe Foto: Felix Weiß / Campact
Berlin (kobinet)
Über 55.000 Menschen haben die Petition des Bündnis AGG Reform Jetzt für einen wirksamen Diskriminierungsschutz unterzeichnet. Am Montag, den 7. Oktober 2026 haben Vertreter*innen des Bündnisses die Petition in den Bundestag gebracht. Unmittelbar vor der öffentlichen Anhörung zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes wurde die auf WeAct gestartete Petition an die Bundestagsabgeordneten Maik Brückner (Die Linke), Awet Tesfaiesus (Bündnis 90/Die Grünen) und Helge Lindh (SPD) übergeben. Anschließend haben Vertreter*innen des Bündnisses AGG Reform Jetzt die Anhörung im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz verfolgt und direkt vor dem Sitzungssaal gezeigt, wie viele Menschen die Forderungen für eine wirksame Reform des AGG unterstützen. Nun wurden eine Reihe von Bildern mit Eindrücken von der Petitionsübergabe veröffentlicht.
Logo Aktion Mensch e. V. Foto: Aktion Mensch e. V.
Bonn (kobinet)
Die Aktion Mensch und REWE haben am 7. Oktober 2026 die Praktikumsinitiative "Wir machen’s einfach" gestartet. Das Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz soll Jugendlichen mit Behinderung oder Förderbedarf durch begleitete Praktika in REWE-Märkten einen niedrigschwelligen Zugang zur Arbeitswelt ermöglichen. Beteiligt sind die Partner ProjektRouter und IN VIA. Bis Frühjahr 2027 sind über 30 Praktika in mehr als 15 REWE-Märkten der Regionen Köln, Bonn, Düsseldorf und Rheinland-Pfalz geplant.
Anlässlich der geplanten zweiten und dritten Lesung des fraktionsübergreifenden Gruppenantrags "Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) – Monitoring der Konsequenzen und Einrichtung eines Gremiums" am 8. Oktober 2026 im Deutschen Bundestag spricht sich das Deutsche Institut für Menschenrechte für eine systematische Auswertung der Folgen der Kassenzulassung aus. Britta Schlegel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Instituts, betonte im Vorfeld der Beratungen im Bundestag: "Die Kassenzulassung des NIPT als pränataler Test auf Chromosomen-Abweichungen wirft grundlegende bioethische Fragen auf: Pränatale Untersuchungen können die Annahme bestärken, manche Menschen seien zu fehlerhaft, um geboren zu werden. Die Kostenübernahme des NIPT durch die Krankenkassen erhöht den gesellschaftlichen Druck auf Schwangere, Föten mit Trisomie abzutreiben. Behinderung ist jedoch ein Teil menschlicher Vielfalt."
Der Nobelpreis für Medizin 2026 geht an die beiden deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie an den US-Amerikaner Karl Deisseroth. Sie erhalten die Auszeichnung für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Optogenetik. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat Prof. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, um eine Einordnung gebeten, welche Bedeutung die Optogenetik für die Augenheilkunde hat, wie es im neuesten Newsletter des Verbands dbsv-direkt heißt.