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Die Lebenshilfe Gießen sieht in einem medizinischen Behandlungszentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) einen wichtigen Baustein und möchte es langfristig für Mittelhessen erreichen, damit die medizinische Versorgung erwachsener Menschen mit geistiger oder komplexer Mehrfachbehinderung in der Region verbessert wird. Dazu waren rund 50 Fachleute aus Politik, Medizin, Wohlfahrtsverbänden und Selbsthilfe auf Einladung der Lebenshilfe Gießen zum Runden Tisch "MZEB in Mittelhessen" in die Asklepios Klinik Lich gekommen. Die Aussprache hatte gezeigt, dass die Versorgung insgesamt nicht als gut einzuschätzen ist und es, wie man so sagt, "noch viel Luft nach oben" gibt. Weitere Einzelheiten sind unter diesem Link im Internet zu erfahren.
Die Bundesregierung will das Ziel eines vollständig barrierefreien Nahverkehrs aufgeben. In einem Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau vom 7. Oktober 2026 (Bundestags-Drucksache 21/8404) bezeichnet sie das Vorhaben als "wünschenswert, aber nicht realistisch". Geplant ist, "starre Fristen" für die Barrierefreiheit zu streichen. Künftig sollen Ausnahmen aus topografischen, technischen oder rechtlichen Gründen möglich sein, wenn Barrierefreiheit nur mit "unangemessen hohem wirtschaftlichem Aufwand" umsetzbar ist. Als Beispiel werden Busse genannt, deren Umrüstung "wirtschaftlich nicht darstellbar" sei. Der Entwurf liegt derzeit im Verkehrsausschuss des Bundestags. Thomas Gruetze, Rollstuhlfahrer aus dem Landkreis Meißen, erlebt die Folgen solcher Ausnahmen täglich. Nach eigenen Angaben kann er selten mit einem barrierefreien Bus rechnen. In seiner Petition fordert er den sächsischen Inklusionsbeauftragten Michael Welsch auf, sich für die Abschaffung der Ausnahmeregelung einzusetzen. Bisher haben über 51.600 Menschen die Petition unterstützt.
Buchstaben LWH Hessen mit liegendem Semikolon als angedeutetes Lächeln auf weißem Grund Foto: gemeinfrei
KASSEL (kobinet)
Das LWV Hessen Integrationsamt hat 2025 mehr als 92 Millionen Euro für die Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben eingesetzt. Am 4. November 2026 wurde der Jahresbericht 2025 veröffentlicht, der die Ergebnisse der Arbeit darlegt. Durch die Maßnahmen konnten mehr als 9.000 Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderungen gesichert werden, etwa durch individuelle Arbeitsplatzanpassungen oder Lohnkostenzuschüsse. Im Rahmen des Hessischen Perspektivprogramms zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (HePAS) wurden 2025 zudem 640 Prämien für Praktika, Probebeschäftigungen, Ausbildungen und neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse bewilligt. Das Programm wird vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) und dem LWV Hessen getragen.
Für kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Midterm-Wahlen in den USA aufmerksam auf CNN und in anderen Medien verfolgt hat, war es eine lange, für ihn aber sehr erfreuliche, Nacht. Er sieht anhand der massiven Gewinne der Demokraten gegen die weitgehend auf Hass und Ausgrenzung fokusierte Politik von Donald Trump und vieler Republikaner*innen Hoffnung für die Demokratie und stellt in seinem Kommentar fest: "Vielfalt kann gewinnen und Geld ist nicht alles!"
"Junge Menschen brauchen passende Hilfen statt pauschaler Vorrangregeln", so lautet der Titel eines von 29 Organisationen gestarteten Appells an Bundestagsabgeordnete sowie die Ministerpräsident*innen und Fachminister*innen der Länder. Darin wird gefordert, die geplante gesetzliche Vorrangstellung von Infrastruktur- und Regelangeboten gegenüber individuellen Hilfen zur Erziehung zu streichen, weil sie den Zugang zu passgenauen Unterstützungsleistungen gefährdet und die Hilfeplanung einschränkt. Die Verbände warnen vor Verzögerungen notwendiger Hilfen, zusätzlichen bürokratischen Belastungen sowie einer Verschärfung regionaler Ungleichheiten und betont, dass individuelle Rechtsansprüche und bedarfsgerechte Hilfen zentral bleiben müssen.
"Der Aufzug ist kaputt. Das weißt du jetzt vorher", so heißt es auf der Internetseite der hissi-App. Hissi (finnisch für Aufzug) zeigt, welche Aufzüge an Bahnhöfen im VBB-Gebiet, also in Berlin und Brandenburg, gerade funktionieren und welche nicht. Die Daten werden etwa alle 30 Minuten aktualisiert. So lässt sich vor der Fahrt prüfen, ob der Weg tatsächlich barrierefrei ist – statt erst am Bahnsteig festzustellen, dass man festsitzt. Die Idee kam aus eigener Erfahrung eines Rollstuhlfahrers, der auf funktionierende Aufzüge angewiesen ist. "Als mein Auto sechs Wochen in der Werkstatt stand, musste ich komplett auf die Öffis umsteigen – und habe schnell gemerkt, wie oft ein einziger kaputter Aufzug den ganzen Weg kippen kann. Barrierefreiheit beschäftigt mich auch beruflich seit Jahren, deshalb ist die App selbst konsequent barrierefrei gestaltet, unter anderem mit Statusanzeigen, die nicht allein über Farbe funktionieren", schrieb Ingo Stöcker den kobinet-nachrichten. "Du stehst am Bahnsteig, mit Rollstuhl, Kinderwagen oder dem Koffer, der sich nach Ziegelsteinen anfühlt. Und da hängt der Zettel: 'Außer Betrieb'. Hissi sagt dir das schon zu Hause", heißt es auf der Internetseite zur App.