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Bild zur Petition von René Schaar für die Pflicht zur Barrierefreiheit Foto: René Schaar
Hamburg (kobinet)
"Sie wissen es. Und tun es nicht", so bringt René Schaar, der entscheidend an der Organisation der Proteste für eine echte Reform des Behindertengleichstellungsgesetz und vor allem für die konsequente Verankerung einer Pflicht zur Barrierefreiheit privater Unternehmen mitgewirkt hat, seine Frustration zum Ausdruck. Denn seit der Anhörung des seiner Meinung nach miserablen und unakzeptablen Gesetzentwurfs der Bundesregierung am 22. Juni 2026 im Bundestag hat sich nichts vorwärts entwickelt. Auf Facebook schriebe Renè Schaar daher: "Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft? Der Bundeskanzler hat sich bewusst dagegen entschieden. Begründung: zu hohe Kosten für Unternehmen. Gleichzeitig wird gekürzt. Eingliederungshilfe. Sozialhilfe für die Pflege. Unterhaltsvorschuss. Jugendhilfe. Getroffen werden die, die ohnehin schon am Limit sind. Dabei liegt alles auf dem Tisch. Konzepte. Stellungnahmen. Kompromissvorschläge. Wir sind pragmatisch. Wir wollen Lösungen. Was fehlt, ist der politische Wille. Respekt zahlt keine Assistenz. Teilhabe ist kein Kostenfaktor. Teilhabe ist ein Menschenrecht. Über 166.000 Menschen fordern mit uns: Barrierefreiheit für alle. Auch in der Privatwirtschaft. Unterschreiben und teilen: innn.it/bgg".
Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen
München (kobinet)
Der Bayerische Landtag hat sich am 22. Oktober 2026 erstmals mit dem Leid gehörloser Menschen auseinandergesetzt, denen als Kinder die Gebärdensprache verboten wurde. Anlass war ein Fachgespräch im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie, an dem 26 Gäste des Landesverbandes Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) teilnahmen. Rund 270 Menschen verfolgten die Veranstaltung per Livestream mit Gebärdensprachdolmetschung. Alle Sachverständigen unterstützten die Forderungen des LVBYGL, wie es in einer Presseinformation des Verbands heißt. Wie Daniel Büter, Politischer Referent des LVBYGL, in seinem Eingangsstatement darlegte, galt in bayerischen Schulen für Gehörlose ab 1891 ein "von Höchster Stelle genehmigter" Lehrplan, der "als Unterrichtsmittel nur das gesprochene Wort" vorsah.
Anlässlich der Ankündigung der SPD-Bundestagsfraktion vom 22. Oktober 2026, das Pflegeneuordnungsgesetz im parlamentarischen Verfahren nachzubessern, fordert Simone Fischer, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, konkrete Maßnahmen. Pflegebedürftige und ihre Familien könnten sich keine weiteren Verzögerungen leisten, betonte Fischer. Notwendig seien eine wirksame Begrenzung der Pflegekosten und eine gerechte Finanzierung der Pflege.
Titelbild des Podcast: Im Aufzug mit Raul Krauthausen Foto: Raul Krauthausen
Berlin (kobinet)
Wie viel Macht hat Journalismus? Darüber hat Raul Krauthausen mit Theo Koll in seinem Podcast "Im Aufzug" gesprochen. "Als ehemaliger Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios und Moderator von "Berlin direkt" weiß der versierte Journalist um die Verantwortung, die den Medien zukommt, wenn es um unsere Demokratie geht – und um die Vermittlung von Wahrheit in Zeiten von KI und Fake News. Als Kuratoriumsvorsitzender der Aktion Mensch befasst sich Theo auch intensiv mit dem Thema Teilhabe und mit der Frage: Wie schaffen wir eine Gesellschaft, in der wirklich alle mitgenommen werden?" heißt es im aktuellen Newsletter von Raul Krauthausen zur aktuellen Podcastfolge.
Die spanische Marke SIIL Ostomy entwirft Stomagürtel, Unterwäsche und Bademode für Menschen mit Stoma – damit Schwimmbad, Sport, Arbeit und Ausgehen wieder selbstverständlich werden. In Deutschland leben Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Menschen mit einem Stoma, viele von ihnen nach einer Darmkrebserkrankung oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Wer mit einem Stoma aus der Klinik nach Hause kommt, erhält viele Informationen zur Versorgung – und kaum welche zur Kleidung. Hosenbünde sitzen oft genau auf Höhe des Stomas, dünne Stoffe zeichnen den Beutel ab, und Badekleidung gibt ihm keinen Halt. Aus Sorge, dass man den Beutel sieht, verzichten viele auf das Schwimmbad, den Sport oder einen Abend mit Freunden. Hier setzt SIIL Ostomy an. Das von Elena Gea und Santiago Collado gegründete Unternehmen aus Madrid entwirft Kleidung für Menschen mit Colostoma, Ileostoma oder Urostoma.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün. Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet)
Zwei Paar Schuhe? Aber gewiss doch! - Der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, der Jurist und Publizist Philippe Sands, nannte die Zurückhaltung der offiziellen deutschen Politik mit Kritik bezüglich Israel und Gaza-Krieg "unanständig". Diesem Urteil schließe ich mich an. Ohne deshalb vorschnell zu urteilen, die Regierung Israels begehe an den palästinensischen Einwohnern des Gazastreifens "Genozid", betreibe dort Völkermord. Dies zu beurteilen, sehe ich mich nicht imstande.