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Zirka 100 Teilnehmer kamen zur Fachtagung in Lobbach. Foto: Manfred Sauer Stiftung
LOBBACH (kobinet)
Knapp 100 Teilnehmende diskutierten bei der gemeinsamen Fachtagung der FGQ und der Manfred-Sauer-Stiftung über Sexualität, Nähe und Intimität nach einer Rückenmarksschädigung. Im Mittelpunkt standen neben medizinischen Erkenntnissen vor allem der offene Austausch, der Abbau von Vorurteilen und die Frage, wie sexuelle Selbstbestimmung gestärkt werden kann. Sexualität ist ein grundlegender Bestandteil menschlichen Lebens – auch nach Eintritt einer Querschnittlähmung. Dennoch sind Fragen zu Lust, Partnerschaft und Intimität im Alltag und in der Rehabilitation häufig mit Unsicherheiten und Tabus verbunden. Unter dem Titel "Let’s talk about Sex" widmete sich die sechste gemeinsame Fachtagung der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland (FGQ) und der Manfred-Sauer-Stiftung am 10. und 11. Oktober 2026 diesem wichtigen Thema. Knapp 100 Menschen mit Querschnittlähmung, Angehörige und Fachpersonen kamen in Lobbach zusammen, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen.
"Der Thüringer Landtag hat beschlossen: Strafgefangene im Gefängnis bekommen für ihre Arbeit jetzt 3,37 Euro pro Stunde (nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts). Und was bekommt ein Mensch mit Behinderung, der 40 Stunden die Woche in einer deutschen 'Werkstatt' schuftet? Durchschnittlich 1,35 Euro pro Stunde! (ca. 224 Euro im Monat)", schreibt Uwe Heineker auf Facebook mit dem Hinweis auf eine am 15. Oktober 2026 anstehende Gerichtsentscheidung zum Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen. Am 8. Mai 2026 hat Jan Böhmermann im ZDF Magazin ROYALE das Thema der Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen aufgegriffen. Unter anderem war damals Jürgen Linnemann zu Gast in der Sendung, der mit Unterstützung der Gesellschaft für Freiheitsrechte den Klageweg für einen Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen gestartet hat. Das Arbeitsgericht in Münster will nun am 15. Oktober 2026 (9.00 Uhr) verkünden, "ob es ein Urteil gibt oder ob möglicherweise weiter verhandelt wird.
Einen kritischen Blick haben eine Reihe von geladenen Sachverständigen bei der Bundestagsanhörung auf den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe am 12. Oktober 2026 geworfen. Unter anderem ging es auch darum, dass die Bildungsassistenz zukünftig vorwiegend als infrastrukturelles Angebot an Schulen bereitgestellt werden soll. Wer sich die gut eineinhalbständige Anhörung im Nachhinein noch anhören oder anschauen möchte, findet die Aufzeichnung und weitere Informationen zum Thema im Internetangebot des Bundestages.
260911_Bauminkonf_Beauftragte Foto: Sandra Kissling-Thomas, Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
Berlin (kobinet)
Die Bauministerkonferenz hat am 10. und 11. September 2026 in Berlin einen Beschluss zur Stärkung des barrierefreien Bauens und Wohnens unter Tagesordnungspunkt 27 gefasst. Darin wird betont, Barrierefreiheit im Wohnungsbau von Anfang an zu berücksichtigen und die Belange von Menschen mit Behinderungen im Bau- und Wohnungswesen angemessen einzubeziehen. Darauf hat der Landesbeauftragte für Inklusion der Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen aufmerksam gemacht. Der Beschluss sieht vor, die Anforderungen an die Barrierefreiheit zu harmonisieren sowie Fördermöglichkeiten und Investitionsanreize für barrierefreie Wohnungen im Neubau und Bestand zu prüfen. Zudem ist eine stärkere Einbindung der Beauftragten von Bund und Ländern für die Belange von Menschen mit Behinderungen (KBB) in den fachlichen Austausch und bei geplanten Änderungen relevanter Bauvorschriften vorgesehen.
Deutsche Mannschaft beim Rollstuhlfechten Foto: DBS
FRECHEN (kobinet)
Die deutschen Rollstuhlfechter haben die Europameisterschaften in Cardiff (Wales) mit vier Bronzemedaillen beendet. Maurice Schmidt (Kategorie A) gewann im Einzel sowohl mit dem Degen als auch mit dem Säbel Bronze, zudem erreichten die deutschen Teams im Degen und Florett jeweils Rang drei. Diese guten Ergebnisse bringen wichtige Punkte im Rennen um die Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles (USA) – der zwischenzeitlichen Aufregung zum Trotz. Bundestrainer Alexander Bondar muss sich nach der EM erst einmal sammeln. "Diese Europameisterschaft war eine riesige Achterbahn der Emotionen. Es gab viele Momente des Glücks, dann Momente der Niederlagen, es war jeden Tag ein Auf und Ab", resümiert er. "Es war eine sehr intensive Woche."
Die traditionellen Mainzer „Newweling“ Kerzen stehen in der Mainzer Wachsmanufaktur zum Verkauf. Foto: Lukas Jestaedt / Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen gGmbH
MAINZ (kobinet)
An Allerheiligen kann man auf Friedhöfen in Mainz ganz außergewöhnliche Lichter brennen sehen: die Newwelinge. Die spitz zulaufenden, bunt gewickelten Kerzen sind eine besondere Mainzer Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Nachdem die Herstellung bei der Mainzer Kerzenfabrik August Tusar Erben KG vor einigen Jahren endete, werden Newwelinge seit 2024 in der Wachsmanufaktur der Gesellschaft für Psychosoziale Einrichtungen (gpe) gGmbH von Hand gefertigt. Interessierte können beim Newweling-Tauchen in der Wachsmanufaktur am 29. Oktober erleben, wie die besonderen Kerzen entstehen und diese auch selbst herstellen. Und am 1. November sind die Newwelinge direkt dort erhältlich, wo sie traditionell ihren Platz haben: auf dem Mainzer Hauptfriedhof. Die Wachsmanufaktur ist an Allerheiligen mit einem eigenen Verkaufsstand vor Ort.