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"Ich find das so furchtbar, ich bin gefangen in einem System, in bin Beschäftigte in so ner Werkstatt, ich bin gefangen, ich verstehe, was da abgeht, ich verstehe, dass ich ausgenutzt werde, wie ich ausgebeutet werde. (...) Wenn du einmal in so einer Werkstatt drinnen bist, kommst du meistens gar nicht mehr raus, weil der erste Arbeitsmarkt einen nicht mehr haben will. Und das ist die bittere Realität. Mein Fall ist sogar noch so furchtbar, ich kriege 200 Euro im Monat ausgezahlt. Das ist alles, was ich bekomme. Ich kriege keine Grundsicherung, keine Rente, weil dieses System so aufgebaut ist, dass ich von meinem Ehemann abhängig bin finanziell, weil er noch nicht behindert ist, im Gesundheitswesen arbeitet, knapp über Mindestlohn und mich versorgen muss. Das ist widerlich, das fühlt sich schrecklich an ..." So hat Sophie ihre Situation emotional sichtlich bewegt in der Sendung Die 12 - rbb Bürgerrat mit der Frage "Inklusion in Berlin & Brandenburg gescheitert" geschildert. Die knapp einstündige Fernsehsendung kann in der Mediathek nachgeschaut werden.
Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen unterstützt die Erweiterung des Inklusionsunternehmens bdks – integra gGmbH am Standort Baunatal mit 98.555 Euro. Das Vorhaben schafft 1,5 neue Vollzeit-Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen im Bereich der Fahrzeugreinigung, wie der LWV am 26. Oktober 2026 mitteilte. Anlass ist die Ausweitung des Leistungsspektrums des auf Gebäudereinigung spezialisierten Unternehmens. Seit 2022 führt die bdks – integra gGmbH die Innenreinigung von Polizeifahrzeugen durch und hat dies um Dienstleistungen wie Räderwechsel, Ölstandsprüfung und Reifendruckkontrolle erweitert. Dafür wurden unter anderem zwei Reinigungspistolen, zwei Nass-Trockensauger, eine Hebebühne und ein Reifenregal angeschafft. Gefördert werden zudem Maler- und Elektroarbeiten, ein Hallen-Rolltor und Büroausstattung.
Anlässlich seiner zweitägigen Landesfrauenkonferenz am 24. Oktober 2026 in Regensburg fordert der Sozialverband VdK Bayern eine grundlegende Strukturreform der pflegerischen Versorgung vor Ort. Hintergrund ist die Versorgungskrise in Bayern: Über eine halbe Million Menschen im Freistaat sind aktuell pflegebedürftig. Betroffene und Angehörige leiden unter hohen Kosten, bürokratischen Hürden, fehlenden Entlastungsangeboten und unzureichenden Informationen. Die Teilnehmerinnen der Konferenz mit dem Thema "Gute Pflege vor Ort gestalten – eine Verantwortung für uns alle" verabschiedeten eine Resolution. Kernforderung ist die Etablierung einer verbindlichen, kommunalen pflegerischen Daseinsvorsorge. "Derzeit fehlen ausreichend ambulante Dienste, Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegeplätze, niedrigschwellige Entlastungsangebote sowie verlässliche Akutstrukturen", sagte Yvonne Knobloch, Pflege-Expertin beim VdK Bayern. Der Verband fordere, dass Pflege eine Pflichtaufgabe der Kommune werde.
Und wieder muss die Behindertenbewegung Abschied von einer Person nehmen, die zwar meist im Hintergrund wirkte, aber im wahrsten Sinne des Wortes Millionen bewegt hat. Abschied von Bärbel Maetz, der Verwaltungsfee, die viele Projekte in finanzieller Hinsicht sicher und zugewandt durch nicht immer ruhige Gewässer steuerte und auch als Rentnerin noch mit Rat und Tat bei Verwaltungsfrage bereit stand. Im Nachruf von Barbara Vieweg auf Bärbel Maetz heißt es: "Wir müssen Abschied von unserer Kollegin Bärbel Maetz nehmen. Bärbel ist am 19. Oktober 2026 verstorben. 25 Jahre lagen die Finanzen der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und des Jenaer Zentrums für selbstbestimmtes Leben in ihren erfahrenen Händen. In großen Projekten mit vielen Partnern war sie für die Finanzen zuständig. Wir übertreiben nicht, wenn wir sagen 'sie bewegte Millionen'. Ihre Fachkompetenz, ihre Hartnäckigkeit und ihr Selbstbewusstsein waren einzigartig. Bärbel hatte keine Angst vor großen Tieren, egal ob das Bundesverwaltungsamt oder ein Ministerium. Für die Sache der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen hat sie sich oft gegen die Bürokratie und Kleinkrämerei erfolgreich durchgesetzt. Wir verlieren mit ihr eine kluge, humorvolle und durchsetzungsstarke Kollegin, mit der wir auch freundschaftlich verbunden waren."
261026_Antonio_Florio_EFH_Ludwigsburg Foto: Antonio Florio
Ludwigsburg (kobinet)
Wenn Antonio Florio an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg ein Seminar hält, ist das für ihn immer etwas Besonderes. Hier begann 2003 seine Laufbahn als Referent und später als Lehrbeauftragter. "Es ist also jedes Mal ein bisschen wie Heimkommen", schreibt Antonio Florio auf Facebook. Und weiter berichtet er: "In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine Aussage von Frau Klöckner vor einigen Wochen eingehen. Sinngemäß meinte sie, dass in ihrer Heimatregion Menschen mit Behinderung zusammenleben, um sie vor Vereinsamung zu schützen. Das mag auf manche zutreffen. Aber daraus eine allgemeine Aussage zu machen, halte ich für grundlegend falsch! Ohne die persönliche Assistenz in meinen eigenen vier Wänden hätte ich meinen Weg niemals mit dieser Dynamik und diesen Erfolgen gehen können. Und jetzt werde ich bewusst etwas provokant: Will die Politik überhaupt, dass wir Menschen mit Behinderung Karriere machen und selbstbestimmt leben? Denn je selbstständiger und erfolgreicher wir werden, desto schwieriger wird es, uns in irgendwelche Heime abzuschieben! Zum Schluss noch ein Wort zu den Studierenden im ersten Teil meines Blockseminars: Es war klasse zu beobachten, wie sie meine Aufforderung, frecher zu sein und auf provokante Fragen auch mal frech zu antworten, umgesetzt haben. Genau darum geht es mir in meinen Seminaren: Berührungsängste abbauen, kritisch hinterfragen und auch mal frech sein!"
Kreis, der mit weiteren bunten Kreisen angefüllt ist. Foto: Aktion Mensch
Bonn (kobinet)
"Viele Menschen zeigen jeden Tag, wie Inklusion gelingt. Im Alltag. In der Freizeit. Bei der Arbeit. Geschichten wie diese machen Mut und zeigen, wie Zusammenhalt wächst", so heißt es auf der Internetseite der Aktion Mensch, auf der Geschichten von Menschen veröffentlicht werden, die Inklusion in verschiedenen Bereichen leben.