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Christmas market with ferris wheel and stalls at night Foto: Lutz Dannat
LANDAU in der Pfalz (kobinet)
In drei Wochen ist der erste Advent und so ist die Vorweihnachtszeit schon ganz nah. Viele werden jetzt darüber nachdenken, welchen Weihnachtsmarkt sie in diesem Jahr besuchen möchten. Um dies auch ohne Barrieren erleben zu können, hat die Arbeitsgemeinschaft Leichter Reisen in ihrem aktuellen Newsletter Tipps zu bekannten Weihnachtsmärkten und weiteren Veranstaltungen veröffentlicht. Wer solche Informationen zur Vorbereitung der Märkte zur Vorweihnachtszeit sucht, könnte einmal in diese Ausgabe des Newsletters schauen.
Das Brandenburger Social-Tech-Startup InkluCity hat bei der STAR*PARADE 2026 in Cottbus sowohl den Jurypreis in der Kategorie Sozialunternehmertum als auch den Publikumspreis gewonnen – und sich bei Letzterem gegen die acht anderen Kategoriegewinner durchgesetzt. InkluCity entwickelt eine digitale Infrastruktur für Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe. Im Mittelpunkt stehen drei Fragen: Wie komme ich hin? Wie komme ich rein? Wie komme ich am Ziel zurecht? Was einfach klingt, ist für Menschen mit Mobilitäts-, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen bis heute oft mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. InkluCity wird das ändern – mit einer Plattform, die bislang verstreute Informationen zur Barrierefreiheit zusammenführt und individuell nutzbar macht.
Cover des Romans Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion" Foto: Olivia Vieweg
Erlangen (kobinet)
Vor knapp zwei Jahren hat Ottmar Miles-Paul zusammen mit seiner Leseassistentin Sabine Lohner seinen ersten Roman "Zündeln an den Strukturen" über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen dazu in der Erlanger Stadtbibliothek vorgestellt. Am 24. November 2026 kehren die beiden an diesen Ort mit einer Lesung aus dem zweiten Roman von Ottmar Miles-Paul mit dem Titel "Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion" auf Einladung des Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) und der Erlanger Stadtbibliothek zurück. Zu diskutieren gibt es dieses Mal sicherlich auch einiges, denn Ottmar Miles-Paul greift in seinem Roman eine Reihe von aktuellen Fragen auf. So zum Beispiel, wer und wie man denjenigen hilft, die klar sagen, dass sie raus aus segregierenden Angeboten hin zu einem inklusiven Leben und Arbeiten mitten in der Gemeinde wollen. In dem Roman geht es aber auch um den Rechtsruck und die erschwerten Bedingungen für behinderte Menschen. Es gibt aber auch Lichtblicke. Die Veranstaltung beginnt in der Erlanger Stadtbibliothek am Marktplatz 1 für diejenigen, die einfache Sprache wollen. von 17:30 - 18:30 Uhr. In dieser Zeit gibt es im Vorfeld der allgemeinen Lesung, die um 18:45 Uhr in der Stadtbibliothek beginnt, ein Gespräch mit dem Autor in einfacher Sprache. Der selbst sehbehinderte Autor gestaltet die von Gebärdensprachdolmetscherinnen begleitete Lesung zusammen mit Sabine Lohner. Sie ist blind und liest die Texte von ihrer Braillezeile vor. Die Anmeldung für die kostenfreie Lesung ist noch bis zum 13. November 2026 bei Heike Herzog per Mail unter Heike.herzog@zsl-erlangen.de und per Telefon unter 09131 – 98 78 35 1 sowie über das Online-Anmeldeformular möglich.
Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay
Bielefeld (kobinet)
Das Thema Gewalt gegen behinderte Menschen ist hoch aktuell und zeigt sich in verschiedenen Facetten. In einem aktuellen Gerichtsverfahren des Landgericht Bielefeld sind beispielsweise drei ehemalige leitende Mitarbeiter und ein Arzt angeklagt, weil sie jahrelang in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen u.a. Maßnahmen zur Freiheitsentziehung angeordnet haben sollen. "Die Staatsanwaltschaft wirft den 53 bis 73 Jahre alten Angeklagten unter anderem Freiheitsberaubung in fast 200 Fällen vor. Dabei geht es um eine Wohngruppe für verhaltensauffällige Menschen der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen. Im Zentrum der Anklage steht ein sogenannter Time-Out-Raum - ein kahles Zimmer völlig ohne Einrichtungsgegenstände. Fast täglich sollen dort Bewohner mit zum Teil extremem Aggressionspotenzial eingesperrt und teilweise über viele Stunden fixiert und psychisch eingeschüchtert worden sein", heißt es in einem Bericht der Aachener Zeitung.
Die in Marburg ansässige Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) führt über Zoom zwei Online-Veranstaltungen durch, auf die der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (dvbs) hinweist. Am 11. November 2026 geht es um die Barrierefreiheit im Praxis-Check und am 17. November um die Meta-Brille.
"Drei Tage lang trafen sich Ende September 400 behinderte Aktivist*innen aus ganz Europa in Brüssel, so viele wie nie zuvor beim ENIL Freedom Drive. Journalistin Andrea Schöne war vor Ort und hat mit Menschen über Wohnraumkrise, Sozialabbau und die Frage gesprochen, warum Deutschland bei diesem wichtigen Vernetzungstreffen so unterrepräsentiert war." So heißt es in der Einführung eines aktuellen Beitrags auf der Plattform Die Neue Norm über den vom Europäischen Netzwerk zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (European Network on Independent Living - ENIL) organisierten Freedom Drive, der vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 in Brüssel stattfand und mit einer kraftvollen Demonstration zum Europäischen Parlament endete.