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Ihren ersten Arbeitstag als Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz kann Katja Lüke heute am 1. September 2026 mit kräftigem medialem Rückenwind starten. Die am 28. Juli 2026 vom rheinland-pfälzischen Ministerrat als Nachfolgerin der bisherigen Landesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Ellen Kubica, berufene Katja Lüke hat bereits vor Antritt des in Rheinland-Pfalz für die Behindertenpolitik des Landes wichtigen Amtes Schlagzeilen gemacht. Auf der Basis einer Meldung der Deutschen Presseagentur titelte DIE ZEIT beispielsweise einen Beitrag über den bevorstehenden Amtsantritt von Katja Lüke mit der Überschrift "Die UN-Behindertenrechtskonvention ist meine Bibel". Damit wird das Ansinnen von Katja Lüke diese Menschenrechtskonvention umzusetzen verdeutlicht. Auch die in Mainz erscheinende Allgemeine Zeitung begrüßte Katja Lüke mit einem entsprechenden Beitrag.
260901_Jennifer_Sonntag_Wahlschablone Foto: Jennifer Sonntag
Halle (kobinet)
Für Jennifer Sonntag aus Halle ist es nicht nur wichtig, dass sie bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihr Wahlrecht wahrnimmt und für Demokratie eintritt, sie zeigt auch anschaulich, wie blinde Menschen bei dieser Wahl mit Hilfe einer Wahlschablone möglichst unabhängig wählen können. "Hier zeige ich euch meine Wahlschablone für die Landtagswahl in Sachsen Anhalt am 6. September 2026. Wie funktioniert das genau? Blinde Menschen legen den Wahlzettel in diese Schablone ein und fühlen dann die Löcher, in die sie ihre Kreuze setzen können. Die Parteien und Kandidaten für die Erststimme und für die Zweitstimme sind entsprechend durchnummeriert. Zur Schablone erhalten blinde Wählende eine Information darüber, welche Nummer zu welcher Partei oder Person gehört. Damit blinde Menschen den Wahlzettel richtigherum einlegen können, fehlt ihm, und auch der Wahlschablone, oben rechts eine Ecke", berichtet Jennifer Sonntag auf ihrer Facebook-Seite.
Sarah Schöllner hat Deutsche Literatur in Marburg studiert und vor kurzem ihren Masterabschluss gemacht. Sowohl während ihres Bachelor- als auch Masterstudiums hat sie unheimlich viel über Sprache und den Umgang mit ihr gelernt. Sie konnte ihr Feingefühl für sie, aber auch für diverse Themen und deren Komplexität verbessern. Dies berichtet Sarah Schöllner, die derzeit verschiedene Praktika, wie zum Beispiel im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, macht im Interview mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul.
Am 4. September 2026 findet von 9:30 bis 17:00 Uhr im Kulturzentrum Mainz (KUZ) der INKLUSIVA-KONGRESS 2026 statt. In diesem Jahr ist das Thema Neurodiversität. "Wir laden Sie herzlich ein, den Kongress journalistisch zu begleiten. Das Kulturzentrum Mainz befindet sich in der Dagobertstraße 20b in 55116 Mainz. Der Eintritt ist kostenfrei. Eröffnet wird der Kongress von Johannes Schweizer, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Rheinland-Pfalz. Zum Auftakt sprechen außerdem die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sowie Katja Lüke, die ab 1. September 2026 neue Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen ist. Durch den Kongress führt Moderator Marcel Friederich.
Bild von Ilja Seifert, lächelnd, mit erhobener Faust, von weiteren Demonstranten umgeben Foto: Siegurd Seifert / inclusio tv
Berlin (kobinet)
Anlässlich des 4. Todestages lädt das ABiD-Institut Behinderung & Partizipation am 11. September 2026 um 15 Uhr zum Gedenken an Dr. Ilja Seifert an seinem Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte, Chausseestr. 126, ein. Dr. Ilja Seifert, geb. am 6. Mai 1951, Behindertenaktivist, Lyriker und Bundestagsabgeordneter, langjähriger Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) sowie des Berliner Behindertenverband (BBV), gründete das ABiD-Institut Behinderung & Partizipation im Jahr 2018. Er starb am 10. September 2022, heißt es vonseiten des Instituts, das zum Gedenken einlädt.
Mit 192.630 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten schwerbehinderten Arbeitslosen wurde im Juli 2026 ein trauriger Rekord erreicht. Dies war der höchste Wert in der Zeitreihe der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in Deutschland, die von der Bundesagentur für Arbeit seit 1. Januar 2007 geführt wird. Im August 2026 hat sich diese Situation noch weiter verschärft und wurde der neue traurige Rekord mit 194.164 arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat sind dies noch einmal 1.534 schwerbehinderte Arbeitslose mehr. Der Vergleich zur Arbeitslosenzahl schwerbehinderter Menschen in Deutschland vor einem Jahr macht die verschärfte Situation am Arbeitsmarkt für schwerbehinderte Menschen noch deutlicher. Mit der ohnehin schon hohen Zahl von 187.050 im August 2025 hat sich die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen innerhalb eines Jahres um 7.114 Menschen erhöht. Die LIGA Selbstvertretung fragt sich angesichts dieser Entwicklung und der Tatsache, dass es in Sachen Reform des Werkstättensystems mit mehr Möglichkeiten der Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ebenfalls nicht vorangeht, wann die Bundesregierung auf diese negative Entwicklung bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen reagieren will. Vom Herbst der Reformen sei hier bisher nichts zu spüren.