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Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün. Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet)
Beinahe schon verzweifelt wünsche ich mir, mich zu täuschen, suche nach Anhaltspunkten, dass dem nicht so ist. Innerhalb der "Community" und unter BehindertenaktivstInnen. Doch vernehme ich von da gerade kein Zeichen der Betroffenheit. Hallo Leute, rufe ich verzweifelt, sind denn unter euch nicht welche, denen es ähnlich geht wie mir? Die leiden "wie die Hunde", verschmachten unter "kriminellen Temperaturen", die für nicht wenige tatsächliche lebensbedrohlich sind. Ist wirklich niemand von euch ebenso wie ich geschockt durch das, was an Katastrophe und menschlichen Dramen sich hier abspielt und an womöglich "Schlimmerem" uns erst bevorsteht?
Der FC Bayern München lässt seine Allianz Arena anlässlich des erstmals in München stattfindenden "Disability Pride Month" am Freitag, den 24. Juli 2026 von 21:00 bis 23:00 Uhr in den entsprechenden Farben erstrahlen. Darauf hat die Behindertenbeauftragte der Stadt München, Daniela Maier, die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht: "Rot steht für körperliche Behinderungen, Gelb für kognitive Behinderungen, Weiß repräsentiert nicht sichtbare Behinderungen, Blau symbolisiert psychische Einschränkungen, Grün eingeschränkte Sinneswahrnehmungen und Schwarz erinnert an Menschen, die aufgrund von Benachteiligung gestorben sind. Es ist ein sichtbares Zeichen für Respekt, Selbstbestimmung und eine inklusive Gesellschaft. Mit der Landeshauptstadt München setzt der Deutsche Meister damit ein deutliches Signal: Menschen mit Behinderungen gehören selbstverständlich zur Mitte der Gesellschaft – auch im Sport und im Stadion", heißt es auf der Internetseite des FC Bayern München.
Mit der neuen Ausgabe zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) erscheint die 20. Ausgabe von REHADAT-kompakt. Seit Ende 2021 bereitet die Reihe komplexe Themen der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen kurz, verständlich und praxisnah auf – kostenlos und barrierefrei. Die Reihe richtet sich an Menschen mit Behinderungen, Arbeitgebende, Personalverantwortliche, Schwerbehindertenvertretungen, Betriebsärztinnen und -ärzte sowie Beratungsstellen. Statt langer Texte liefert sie einen schnellen Überblick, konkrete Schritte für die Praxis und Verweise auf die REHADAT-Portale. Alle Ausgaben von REHADAT-kompakt sind unter diesem Link nachzulesen.
Zu seinem 80jährigen Bestehen hat der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz mit einem Sharepic auf Facebook die Situation in Sachen Barrierefreiheit in Deutschland auf den Punkt gebracht. "80 Jahre VdK RLP – wir sind vorangekommen, aber nicht am Ziel. 1969 landet der Mensch auf dem Mond. Ein riesiger Schritt für die Menschheit. Und heute? Menschen im Rollstuhl scheitern noch immer an Bahnsteigen, Stufen und fehlender Unterstützung. Das ist kein technisches Problem – das ist eine Frage des Willens. Seit 1946 setzen wir uns als VdK Rheinland-Pfalz unermüdlich dafür ein, dass Teilhabe selbstverständlich wird. Wenn wir zum Mond fliegen können, sollten wir auch barrierefreie Mobilität schaffen", heißt es vonseiten des VdK Rheinland-Pfalz auf Facebook. Dass dieser Wille zur Barrierefreiheit auf Erden immer noch nicht sonderlich ausgeprägt ist, zeigte zuletzt der scharf kritisierte Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz. Dieses soll nach der Sommerpause des Bundestages verabschiedet werden.
Mit einem auf Facebook verbreiteten Sharepic mit dem Titel "Wir sind nicht eure Forschungsobjekte" bringt Raul Krauthausen eine Stimmung zum Ausdruck, die sich verstärkt unter behinderten Menschen und ihren Selbstvertretungsorganisationen breit macht. "Täglich erreichen mich Umfragen über Umfragen von nicht-behinderten Studierenden, die von mir alles über Behinderung, Pflege, Therapie usw. wissen wollen. Gut gemeint? Möglich. Aber auch nervig. Denn gut gemacht geht oft anders. Wissenschaft ist keine Einbahnstraße und Expert*innenwissen nicht immer kostenlos. Wenn Betroffene an den Umfragen nicht mitwirken wollen, sind sie dann Spielverderber*innen? Es braucht mehr Austausch darüber, mehr Zugänglichkeit zu den Ergebnissen. Welche Ergebnisse einer wissenschaftlichen Umfrage, an der ich teilgenommen habe, erhielt ich zugeschickt? So gut wie keine! Und von denen, die ich bekam, überraschten mich die Ergebnisse nur selten", beschreibt Raul Krauthausen seine Erfahrungen der letzten Jahre auf Facebook.
260723_Petition_Evi_Gerhard_Arzt Foto: Evi Gerhard
Würzburg (kobinet)
Evi Gerhard und die Offene Behindertenarbeit (OBA) der Diakonie Würzburg haben auf der Petitionsplattform innnit vor einigen Wochen eine Petition gestartet. Sie trägt den Titel "Gesundheitsversorgung barrierefrei! Keine Menschenleben mehr gefährden – Barrierefrei zum Arzt, Jetzt!" Neben der Möglichkeit der Online-Zeichnung hat Evi Gerhard nun auch Unterschriftenlisten ins Internet eingestellt, mit denen entsprechende Unterschriften als Ergänzung zur Online-Zeichnung gesammelt werden können.