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Frauen mit Behinderungen erleben Benachteiligung oft auf mehreren Ebenen zugleich: als Frau und als Mensch mit Behinderung. Genau hier setzt das Projekt "Starke Frauen. Starke Stimmen. – Empowerment gegen Mehrfachdiskriminierung von Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen" des Zentrums für selbstbestimmtes Leben Norddeutschland (ZSL Nord) an. Das Angebot richtet sich an Frauen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen in Schleswig-Holstein. In einer festen Gruppe können sich die Teilnehmerinnen auf Augenhöhe austauschen, ihre eigenen Stärken entdecken und lernen, sich gegen Diskriminierung zu wehren. Vorerfahrung ist nicht nötig, nur Lust auf Austausch. Das Projekt arbeitet nach dem Peer-Ansatz "Nichts über uns ohne uns" und wird von einer Frau mit eigener Behinderung geleitet, wie es vom ZsL Nord heißt, das darauf hinweist, dass Anmeldungen noch möglich sind.
Am 5. November 2026 veranstaltet das Netzwerk für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen (nadis) einen Fachtag unter dem Motto "Wir behandeln das – Diskriminierung im Gesundheitswesen ansprechen und handeln". "Wir freuen uns, dass das Thema Diskriminierung im Gesundheitswesen die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Der Ansturm auf die Plätze unseres Fachtags zeigt uns, dass wir ein für viele Menschen wichtiges Thema angehen," so Janek Lassau vom beim Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. Wer sich für das Thema interessiert sich jetzt noch anmeldet, kommt auf eine Warteliste und bekommt Bescheid, sollten noch Plätze frei werden.
Anlässlich des "Tags der nicht sichtbaren Behinderungen" am 20. Oktober 2026 fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen mehr Unterstützung für Betroffene. Rund 360.000 Menschen im Land haben laut SoVD eine schwere, nicht auf den ersten Blick erkennbare Behinderung – etwa durch Diabetes, Autismus, psychische Erkrankungen, chronische Schmerzen oder Suchtproblematiken. Gerade diese Personen erlebten eine doppelte Diskriminierung, so der Verband. "Betroffene müssen nicht nur mit den Folgen ihrer Erkrankung umgehen, sondern auch damit, dass andere diese nicht erkennen oder nicht ernst nehmen", sagt Dirk Kortylak, Vorstand des SoVD in Niedersachsen. Solche Situationen entstünden bei der Arbeit, in der Freizeit und bei der medizinischen Versorgung. "Oft fehlt es in der Gesellschaft an Verständnis und Betroffene haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Deshalb muss sich strukturell unbedingt etwas ändern", betont Kortylak.
"Alexander Ahrens ist Behindertenbeauftragter und Behindertenvertrauensperson an der Medizinischen Universität Wien und stammt aus der ehemaligen DDR. In dieser Sendung spricht er über sein Leben, seinen Beruf und die Gründe, warum er nach Wien gekommen ist. Das Leben ist für den ausgebildeten Filmwissenschaftler wie eine Kamerafahrt. Diese führte ihn von Deutschland nach Wien. Aufgewachsen ist der Rollstuhlfahrer in der ehemaligen DDR", heißt es im Bericht des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS von Katharina Müllebner über die neueste Ausgabe der Sendung PERSPEKTIVENWECHSEL, bei der Alexander Ahrens zu Gast ist, der auch einige Jahre bei der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) gearbeitet hat.
Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen
MÜNCHEN (kobinet)
Der Landesverband Bayern der Gehörlosen e. V. (LVBYGL) hat seine Stellungnahme zum Fachgespräch "Gebärdensprachverbot in bayerischen Schulen aufarbeiten" beim Bayerischen Landtag eingereicht. Darin dokumentiert der Verband die Erfahrungen von über 140 gehörlosen Menschen aus ganz Bayern, die schriftlich oder per Video in Deutscher Gebärdensprache (DGS) ihre Erlebnisse schilderten. Die Berichte zeigen, dass das Verbot der Gebärdensprache mit Gewalt durchgesetzt wurde – etwa durch Schläge mit Stock und Lineal, Ohrfeigen, Einsperren oder Essensentzug. Dies geschah an Schulen in ganz Bayern und hält in seinen Folgen bis heute an. Zeugnisse belegen zudem, wie stark die Sprechnote über den Bildungsweg entschied.
Das Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen (ZsL Sachsen) hat mit seiner Petition "Sachsen: Keine Kürzungen bei der Eingliederungshilfe und sozialen Teilhabe" das erforderliche Quorum von 2.500 Mitzeichnungen erreicht. Bereits vor Beendigung der Petition unterstützten 2.559 Menschen die Forderungen des Vereins, wie dieser in einer Presseinformation mitteilte. Für das ZsL Sachsen ist dies ein wichtiger Zwischenerfolg und zugleich ein deutliches Signal an die sächsische Landespolitik. "Wir freuen uns riesig über diesen gemeinsamen Erfolg. Ich möchte mich bei allen bedanken, die unsere Petition unterschrieben, geteilt und unterstützt haben. Die vielen Mitzeichnungen zeigen, wie sehr die Zukunft der Eingliederungshilfe die Menschen bewegt. Aber das erreichte Quorum ist erst ein Zwischenschritt. Unser nächstes Ziel ist eine öffentliche Anhörung im Sächsischen Landtag. Denn wir wollen nicht nur Unterschriften sammeln, sondern mit unseren Forderungen auch politisch etwas bewegen", erklärte Manuel Schramm, Vorsitzender des ZsL Sachsen.