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Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V. Foto: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
BERLIN (kobinet)
Der Paritätische Gesamtverband hat sich zum Zehn-Punkte-Plan der Bundesregierung gegen Sozialmissbrauch geäußert. Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Verbands, betonte gestern in dem Zusammenhang, dass kriminelle Netzwerke, die Notlagen ausnutzen, konsequent verfolgt werden müssten. Gleichzeitig warnte er davor, die Opfer solcher Strukturen durch Verschärfungen der Anspruchsvoraussetzungen zu belasten. "Wer die Notlage von Menschen ausnutzt, sich an Schrottimmobilien bereichert und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und Sozialleistungsmissbrauch zum Geschäftsmodell macht, muss mit allen rechtlichen Mitteln zur Verantwortung gezogen werden", sagte Rock. Die Opfer dürften jedoch nicht zu den Leidtragenden des Aktionsplans werden. Der Verband lehnt daher Verschärfungen ab, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder sozialen Lage unter Generalverdacht stellen. Als wirksamsten Schutz vor Ausbeutung nannte Rock die Unabhängigkeit der Betroffenen durch Zugang zu Sprache, Bildung, Beratung, guter Arbeit und sozialer Teilhabe. Kritisch merkte er an, dass die geplanten Kürzungen bei den Integrationskursen diesem Ziel widersprächen. "Wer kriminellen Netzwerken ihre Geschäftsgrundlage entziehen will, muss nicht nur die Täter konsequent verfolgen, sondern auch diejenigen stärken, deren Notlage von ihnen ausgenutzt wird", so Rock.
Logo Aktion Mensch e. V. Foto: Aktion Mensch e. V.
Bonn (kobinet)
Ein peinliches Bild, ein verletzender Kommentar – für Betroffene kann sich daraus ein Albtraum entwickeln: Cybermobbing ist kein harmloser Streit im Netz, sondern ein ernsthaftes Problem mit weitreichenden Folgen. Das bestätigen auch die Ergebnisse einer Umfrage unter den 65.820 Schüler*innen aus allen Teilen Deutschlands, die am 17. September 2026 an der klicksafe Schulstunde unter dem Motto "Online gemobbt. Real verletzt. Gemeinsam gegen Cybermobbing!" teilnahmen. Insgesamt schalteten sich 2.194 Schulklassen der Jahrgangsstufen fünf bis acht zu dem interaktiven inklusiven Streamingformat dazu, um die Mechanismen und weitreichenden Auswirkungen von digitaler Anfeindung zu verstehen, zu diskutieren und zu reflektieren. Gemeinsam mit Fachexpert*innen erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Strategien, wie sie Cybermobbing erkennen, Betroffene unterstützen und zu einem respektvollen Miteinander im Netz beitragen können. Mit dabei: "Germany’s Next Topmodel"-Finalist Tony Eberhardt, der persönliche Einblicke in seine Erfahrungen mit Mobbing teilte, wie es in einer Presseinformation der Aktion Mensch heißt.
Angesichts der aktuell hohen Spritpreise in Deutschland hat VdK-Präsidentin Verena Bentele die angekündigten Entlastungen der Bundesregierung kommentiert. Diese dürften kein Rettungsprogramm für Mineralölkonzerne werden, sondern müssten gezielt bei den Menschen ankommen, die sich die hohen Spritpreise nicht mehr leisten könnten, betonte Verena Bentele heute am 18. September 2026. Betroffen seien insbesondere mobile Pflegekräfte, deren Fahrtkosten nicht mehr gedeckt seien, Menschen mit Behinderung, für die Busse und Bahnen oft keine barrierefreie Alternative zum eigenen Auto böten, sowie Menschen im ländlichen Raum, die auf das Auto angewiesen seien.
Was geschieht in einer Katastrophe mit Menschen, die auf Assistenz, Medikamente, Strom, Hilfsmittel oder barrierefreie Kommunikation angewiesen sind? Barrierefreier Katastrophenschutz darf nicht erst beginnen, wenn die Sirenen heulen. Die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, Pflege- und Unterstützungsbedarf müssen bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Hierzu gibt es nun ein neues Buch von Heidi Blödorn, auf das Martina Scheel die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat. "Das Grafschafter Modell – Barrierefreier Katastrophenschutz" verbindet Inklusion, Selbstbestimmung und Bevölkerungsschutz zu einem praxisorientierten Gesamtkonzept. In 39 Kapiteln werden zentrale Herausforderungen eines inklusiven Katastrophenschutzes betrachtet. Der umfangreiche Werkzeugkasten mit 131 praktischen Werkzeugen unterstützt dabei, aus Erkenntnissen konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Praxis zu entwickeln.
Angesichts drohender Leistungskürzungen bei Rente, Gesundheit und Pflege haben am 17. September 2026 rund 3.000 Menschen in München mit dem Sozialverband VdK Bayern gegen Sozialabbau und für einen starken Sozialstaat demonstriert. Aus ganz Bayern waren VdK-Mitglieder angereist, alle 69 Kreisverbände des Verbandes hatten Fahrten in die Landeshauptstadt organisiert. Der Demonstrationszug führte vom Königsplatz durch die Maxvorstadt bis zum Siegestor.
Anlässlich der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026 hat die SoVD-Jugend Berlin-Brandenburg einen Wahlaufruf veröffentlicht. Darin betont sie, dass junge Menschen in Berlin erstmals ab 16 Jahren wählen dürfen – eine Forderung, für die sich die Jugend im Sozialverband Deutschland (SoVD) lange eingesetzt habe. Der Aufruf benennt zentrale Themen für junge Wähler*innen: das Recht auf inklusive und barrierefreie Bildung unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Behinderung, ausreichend gut und fair bezahlte Ausbildungsplätze mit sicheren Perspektiven, bezahlbare und barrierefreie Mobilitätsangebote sowie bezahlbaren und zugänglichen Wohnraum als Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Zudem fordert die SoVD-Jugend Barrierefreiheit in allen Bereichen, um gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, sowie soziale Sicherheit, um Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. "Es ist unsere Zukunft! Wir möchten alle noch nächstes Jahr in einem inklusiven, sozialen und demokratischen Berlin leben", sagte Charlotte Ruppin, Sprecherin der SoVD-Jugend Berlin-Brandenburg. Die Jugendorganisation ruft daher auf: "Geht wählen. Mischt euch ein. Nutzt eure Stimme."