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"Die geplante Regelung gefährdet das Recht von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen auf eine bedarfsgerechte und selbstbestimmte Teilhabe sowie chancengleiche Bildung - und macht sie einmal mehr abhängig von den Ressourcen ihrer Eltern!" Mit diesen klaren Worten hat sich der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, zum am 12. August 2026 im Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe auf Facebook zu Wort gemeldet. Jürgen Dusel kritisiert u.a. dass der Gesetzentwurf, der nun im Deutschen Bundestag beraten wird, Änderungen bei der Eingliederungshilfe vorsieht: "Künftig sollen infrastrukturelle Gruppenangebote in Kitas und Schulen zum Regelfall werden. Individuelle Hilfen wie Schulbegleitung bleiben zwar weiterhin möglich. Familien müssten jedoch nachweisen, dass die vorhandenen Angebote den Bedarf ihres Kindes nicht decken – die Beweislast läge nun also bei ihnen."
Förderungen, die in den letzten 30 Jahren mühsam für wichtige Angebote von Menschen mit Behinderungen für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen erkämpft wurden, werden derzeit in vielen Bereichen reduziert, so auch in Köln, wo das Zentrums für selbstbestimmtes Leben (ZsL) Köln seit Jahrzehnten gut in der Stadt verankert ist und nun eine Petition gegen die geplante Streichung der Zuschüsse durch die Stadt Köln gestartet wurde. "Wenn die Stadt Köln dem ZsL Köln die Gelder streicht, streicht sie nicht einfach die Förderung eines Projekts, sondern gefährdet das Überleben eines ganzen Beratungszentrums für Inklusion und Teilhabe in Köln. Dieses Zentrum bedeutet mehr als nur ein Ort der Beratung und der politischen Selbstvertretung - es ist ein Ort der Solidarität, der Unterstützung und des Fortschritts für behinderte Menschen und ihre Angehörigen in unserer Stadt. Über viele Jahre hinweg aufgebautes Wissen, wertvolle Netzwerke und gelebte Expertise dürfen nicht einfach ausgelöscht werden", heißt es im Text zur Petition für den Erhalt der Förderung und des ZsL Köln.
260814_Regionalkonferenz_Gera Foto: LIGA Selbstvertretung Thüringen
Gera (kobinet)
Wie können Menschen mit Behinderungen digitale Angebote so nutzen, dass sie wirklich selbstbestimmt unterwegs sind – ohne ständig über Barrieren zu stolpern oder ausgeschlossen zu werden? Und was braucht es eigentlich, damit man sich in diesen Räumen nicht nur zurechtfindet, sondern auch sicher fühlt, die eigenen Grenzen wahren kann und im Ernstfall weiß, was zu tun ist? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Workshop von Andrea Grassow, stellvertretende Geschäftsstellenleiterin der LIGA Selbstvertretung Thüringen, im Rahmen der 3. Regionalkonferenz "Barrierefreie Kommunikation im digitalen Zeitalter" am 9. September 2026 in Gera. Unter dem Titel "Digitale Räume sicher, respektvoll und barrierefrei nutzen" wird Andrea Grassow gemeinsam mit den Teilnehmenden ganz konkret auf den digitalen Alltag schauen. Denn klar ist: Digitale Barrierefreiheit hört nicht bei einer zugänglichen Website auf, wie es in der Veranstaltungsankündigung heißt.
Wappen Bundesland Bayern Foto: Gemeinfrei, public domain
MÜNCHEN (kobinet)
Der Bayerische Arbeitsmarktfonds (AMF) fördert vier Projekte in Oberbayern mit insgesamt rund 420.000 Euro. Die Projekte richten sich an Menschen mit besonderen Hürden auf dem Arbeitsmarkt, darunter Frauen mit Migrations- oder Fluchterfahrung, junge Erwachsene mit Autismus oder Lernbeeinträchtigungen sowie benachteiligte Jugendliche. Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf betonte: "Alle Menschen in Bayern haben faire Chancen auf Teilhabe und beruflichen Erfolg verdient. Deshalb fördern wir mit dem AMF Projekte für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt besonderen Unterstützungsbedarf haben." Die geförderten Vorhaben in Oberbayern zielten darauf ab, Teilhabe zu ermöglichen und neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. "Mit dem AMF fördern wir Talente und sichern Fachkräfte. Der Wirtschafts- und Arbeitsstandort Bayern wird so gestärkt", so Scharf.
Eine vierköpfige Delegation des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland "Für Selbstbestimmung und Würde" e.V. (ABiD) und des ABiD-Instituts Behinderung & Partizipation e.V. (IB&P) besuchte im Juni 2026 auf Einladung der Belarussischen Gesellschaft für Menschen mit Behinderung (BelOI) zum Erfahrungsaustausch die Sädte Minsk und Witebsk (belarussisch: Wizebsk). Seit fast zwei Jahrzehnten besteht die Zusammenarbeit zwischen ABiD und BelOI. Im Jahr 2023 haben beide Dachverbände sowie das IB&P einen neuen Vertrag in Minsk unterzeichnet. Die Kooperationsvereinbarung sieht die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und Projekte in den Bereichen Kultur, Sport und Rehabilitation sowie den Austausch von Erfahrungen und Informationen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor.