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Die Bundesvereinigung Lebenshilfe kritisiert den am 25. September 2026 im Bundesrat in erster Lesung behandelten Entwurf des Ersten Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetzes. "Das ist eine Reform, die ihren Namen nicht verdient", erklärte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a. D. So bleibe die seit Jahren versprochene inklusive Kinder- und Jugendhilfe auf der Strecke. Es werde kein Gesetz geschaffen, das umfassend für Kinder und Jugendliche mit Behinderung da sei und Zuständigkeitsstreitigkeiten sowie Bürokratie abbaue. Stattdessen solle eine Strukturreform umgesetzt werden, die zahlreiche grundlegende Fragen offenlasse. Im besten Fall bleibe sie wirkungslos, im schlechtesten Fall führe sie zu erheblichen Leistungseinschränkungen. In einer über 40-seitigen Stellungnahme zum Kabinettsbeschluss fordert die Lebenshilfe eine in sich stimmige Gesetzgebung. Änderungen bei der Schulassistenz dürften nicht isoliert beschlossen werden, sondern müssten gemeinsam mit den für den Winter 2026 angekündigten Reformen der Eingliederungshilfe sowie den für 2027 vorgesehenen Strukturveränderungen in der Kinder- und Jugendhilfe beraten werden. Zudem verlangt die Lebenshilfe gemeinsame Anstrengungen von Bund und Ländern zur Schaffung inklusiver Schulen.
Das Land Nordrhein-Westfalen präsentiert sich vom 23. bis 26. September 2026 auf der Rehacare in Düsseldorf mit einem Messestand (Halle 1, G52). Im Fokus stehen praxisnahe Beispiele zur barrierefreien Arbeitsplatzgestaltung sowie Beratungsangebote zu Inklusion, Barrierefreiheit und Unterstützungsmöglichkeiten bei Pflegebedürftigkeit. Die Rehacare ist eine Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Integration und Pflege. Am Landesstand stellt sich NRW als Arbeitgeber und Ausbilder für Menschen mit Behinderung vor und informiert über die Umsetzung von Barrierefreiheit am Arbeitsplatz. Besucherinnen und Besucher können unter anderem alternative Eingabe- und Steuerungsmöglichkeiten von Computern sowie barrierefreies Gaming ausprobieren. Die Landeskoordination Wohnberatung NRW bietet per Virtual-Reality-Brille Einblicke in eine altersgerechte Modellwohnung und informiert über barrierefreie Wohnraumgestaltung. Rangerinnen und Ranger des Nationalparks Eifel stellen barrierefreie Naturzugänge vor. Das Team des Internetportals Pflegewegweiser NRW erklärt, wie Beratungsangebote leicht auffindbar sind. Expertinnen und Experten beantworten zudem Fragen zu Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und zur Inklusion in der Schule. Die Sozialstiftung NRW präsentiert ihre Förderschwerpunkte und Projektmöglichkeiten. Ergänzt wird das Angebot durch ein informatives Mitmach-Programm.
Bei der symbolischen Förderscheckübergabe Foto: StMAS/Nötel
MÜNCHEN (kobinet)
Die Werkstätten St. Joseph in Burgkunstadt im Landkreis Lichtenfels bieten 140 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Nun wird die Werkstatt in einem zweiten Bauabschnitt modernisiert. Der Freistaat Bayern fördert dieses Bauvorhaben mit weiteren 2,2 Mio. Euro. Auch für den ersten Bauabschnitt der Werkstatt in Burgkunstadt hatte das Bayerische Sozialministerium 2024 einen Förderbescheid in Höhe von bis zu 2,9 Mio. Euro erteilt – damit wird die Werkstatt insgesamt mit bis zu 5,1 Mio. Euro gefördert. Mit der Modernisierung der Werkstatt in Burgkunstadt können 140 Arbeitsplätze an zeitgemäße Standards angepasst und damit die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten mit Behinderung wesentlich verbessert werden.
Vor einem Jahr - am 1. Oktober 2025 - hat Mandy Müller beim Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) als Koordinatorin des Projektes "Aktiv Teilhabe gestalten" angefangen. Seitdem geht es für sie um politische Selbstvertretung, Empowerment und die Frage, wie Menschen mit Behinderungen ihre eigenen Anliegen vor Ort selbst in die Hand nehmen können. Am 16. und 17. Oktober 2026 wird es für sie nun besonders spannend: Gemeinsam mit dem Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) organisiert Mandy Müller die Tagung "Nicht neutral! Haltung zeigen und Inklusion verteidigen", für die Anmeldungen noch möglich sind. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul hat Mandy Müller zum Einjährigen gefragt, was sie in diesem Jahr gelernt hat, was die Behindertenbewegung gerade braucht – und was sie noch vorhat.
"Starke Kinder, Starke Zukunft – wir sprechen zum Welttag der Kinder", so lautet der Titel der aktuellen Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) am 20. September 2026 ausgestrahlt wurde. Im monatlichen Sonntags trifft IGEL-Talk sprechen Jennifer Sonntag und Sascha Lang dieses Mal über "Starke Kinder, starke Zukunft" – und was Stärke wirklich bedeutet. Jennifer Sonntag, die in Sachsen-Anhalt lebt, schildert in diesem Podcast aber auch sehr persönlich, welche Ängste die politische Entwicklung bei ihr auslösen und warum sie dennoch weiter für Vielfalt, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt eintritt.
Junger Mann klettert in einer Halle an einer Kletterwand herauf Foto: SOD / Christian Seeling
HANNOVER (kobinet)
Special Olympics Niedersachsen veranstaltet Anerkennungswettbewerb für Menschen mit geistiger Behinderung. Dann sind Mut, Konzentration und sportliches Können gefragt, wenn morgen mehr als 30 Athletinnen und Athleten beim Kletterwettbewerb von Special Olympics Niedersachsen an den Start gehen. In Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) Landesverband Nord findet ein besonderer Wettbewerb für Menschen mit geistiger Behinderung statt, der von LOTTO Niedersachsen gesponsert wird. Der Wettbewerb ist ein Anerkennungswettbewerb und damit mehr als ein sportliches Kräftemessen: Die Athleten können sich mit ihren Leistungen für die Special Olympics Winterspiele 2028 qualifizieren. Entsprechend erfahren sind die Teilnehmer. Sie bringen bereits Klettererfahrung mit und werden an der Kletterwand ihr Können, ihren Mut und ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Für die Athleten steht dabei nicht nur die sportliche Leistung im Mittelpunkt. Der Wettbewerb bietet auch Raum für Begegnung, Gemeinschaft und gelebte Inklusion.