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Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen kritisiert, dass in Pflegeheimen des Landes täglich nur 6,77 Euro pro Person für Verpflegung veranschlagt werden. Dies gehe aus Zahlen der Schiedsstelle für die Pflegeversicherung hervor. Der Verband zweifelt an, dass mit diesem Betrag eine gesunde Ernährung möglich sei, und fordert von der Landesregierung sofortige Maßnahmen. Aktuell zahlen Pflegeheimbewohner in Niedersachsen durchschnittlich 857 Euro monatlich für Unterkunft und Verpflegung aus eigener Tasche. "Die Kosten werden für die Bewohner*innen nicht deutlich aufgeschlüsselt, so dass wenig Transparenz herrscht", kritisiert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Angesichts gestiegener Lebensmittelpreise sei fraglich, wie damit ein gesundes, frisches und altersgerechtes Essen angeboten werden solle.
Ab dem Jahr 2027 steigt der Unterhalt für Pflegekinder entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. Die Pauschalbeträge für die Vollzeitpflege (§§ 33, 39 SGB VIII) werden angepasst: Für den Lebensunterhalt eines Pflegekindes empfiehlt der Deutsche Verein je nach Alter zwischen 748 und 1100 Euro monatlich. Hinzu kommt ein Anerkennungsbetrag von 451 Euro für Pflege und Erziehung. Die Kosten für die Unfallversicherung werden voll übernommen, die für die Alterssicherung der Pflegeperson zur Hälfte. Trotz dieser Anpassung bleiben Pflegeeltern weiterhin vom Bundeselterngeld ausgeschlossen. Das Elterngeld kompensiert als Lohnersatzleistung Verdienstausfälle von Eltern, die ihre Berufstätigkeit für die Erziehung eines Kindes unterbrechen oder reduzieren. Der Koalitionsvertrag sieht jedoch die Einführung des Elterngeldes für Pflegeeltern vor. Seit 1979 dienen die Empfehlungen des Deutschen Vereins als Orientierung für die Festsetzung der Pauschalbeträge in der Vollzeitpflege. Sie tragen dazu bei, die finanziellen Rahmenbedingungen der Pflegekinderhilfe zu vereinheitlichen und an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten anzupassen.
Logo des BeB Foto: Bundesverband evangelische Behindertenhilfe
BERLIN (kobinet)
Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) hat im Rahmen der konstituierenden Sitzung seines neu gewählten Vorstands Nadja Abuchater-Bier und Tina Mäueler-Görke zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Wahl erfolgte am 21. September 2026 in Berlin unmittelbar nach der Mitgliederversammlung, auf der der gesamte Vorstand für eine vierjährige Amtsperiode neu bestimmt wurde. Gemeinsam mit dem neuen Vorsitzenden Dr. Christian Geyer werden Abuchater-Bier und Mäueler-Görke die strategische und politische Arbeit des Verbandes mitgestalten. Dr. Christian Geyer, Vorsitzender des BeB, erklärte: "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Nadja Abuchater-Bier und Tina Mäueler-Görke in ihren neuen Funktionen. Beide verfügen über große fachliche Expertise, langjährige Erfahrung und ein starkes Engagement für die Interessen von Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Gemeinsam werden wir die sozialpolitische Arbeit des BeB weiter stärken und die Zukunft unseres Verbandes gestalten." Der BeB vertritt bundesweit mehr als 900 Einrichtungen und Dienste der Eingliederungshilfe, Sozialpsychiatrie sowie Hilfen für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen.
Der Sozialverband VdK warnt vor den Folgen der Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. "Die AfD als stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern ist nach der Wahl in Sachsen-Anhalt das nächste Alarmsignal", erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Wenn sich Menschen aus Frust einer Partei zuwenden, die in mehreren ostdeutschen Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, sei das dramatisch. Die Antwort darauf dürfe nicht sein, den Sozialstaat weiter zurückzubauen. Die Bundesregierung müsse ihre Politik des sozialen Kahlschlags ändern, damit extreme Parteien nicht noch mehr Zulauf bekämen.
Der Nationalpark präsentiert in Düsseldorf bei der Rehacare unter dem Dach der Landesregierung seine barrierefreien Naturerlebnisangebote. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/T. Wiesen
SCHLEIDEN / DÜSSELDORF (kobinet)
Der Nationalpark Eifel präsentiert vom 23. bis 26. September 2026 auf der internationalen Fachmesse Rehacare in Düsseldorf seine barrierefreien Angebote zum Naturerleben. Am Gemeinschaftsstand der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (Halle 1, Stand G52) informieren die Ranger Klaus Leyendecker und Philipp Bischoff über die Angebote für Menschen mit und ohne Einschränkungen. Zu den vorgestellten Angeboten zählen unter anderem der Naturerkundungspfad "Der Wilde Weg" sowie die von "Reisen für Alle" zertifizierte barrierefreie Erlebnisausstellung "Wildnis(t)räume". Diese feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen. Auf 2.000 Quadratmetern können Besucherinnen und Besucher den Nationalpark mit allen Sinnen erleben. Das Jubiläum wird am 24. und 25. Oktober 2026 mit einem Aktionswochenende im Nationalpark-Zentrum Eifel in Vogelsang gefeiert. "Die Rehacare bietet eine hervorragende Möglichkeit, bei den Zielgruppen auf die vielfältigen Angebote der barrierefreien Naturerlebnisregion Nationalpark Eifel aufmerksam zu machen", sagte Tobias Wiesen, Koordinator für Barrierefreiheit in der Nationalparkverwaltung Eifel.
Auch in Österreich schreitet der Generationenwechsel in der Selbstbestimmt Leben Bewegung behinderter Menschen voran. Mit Marlene Krubner übernimmt eine junge Aktivistin den Vorsitz der Selbstbestimmt Leben Initiativen Österreich (SLIÖ). Im Interview mit dem österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS spricht sie über Persönliche Assistenz, De-Institutionalisierung und die Frage, was echte Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen bedeutet und stellt klar: "Wir müssen segregierende Strukturen überwinden." Hierzu betonte die im April 2005 geborene Aktivistin, die nun die Nachfolge der langjährigen Vorsitzenden und Mitbegründerin der Dachorganisation Bernadette Feuerstein angetreten hat im Interview: "In Österreich existiert nach wie vor eine Parallelwelt für Menschen mit Behinderungen, oftmals in Einrichtungen der Behinderten'hilfe'. Diese Segregation macht echte Selbstbestimmung unmöglich. Es ist ernüchternd, keinen einzelnen Bereich nennen zu können, weil es so viele Problemstellen gibt."