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Beim Kunstgespräch in Deutscher Gebärdensprache Foto: Pascal-Rohe MÜNCHEN (kobinet) Der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) schlägt Alarm: Der Mangel an qualifizierten Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher im Freistaat ist eklatant. Auf rund 10.000 gehörlose Menschen in Bayern kommen derzeit lediglich etwa 200 aktiv praktizierende Dolmetschende. Dieses dramatische Versorgungsverhältnis von 1:50 führt im Alltag zu unhaltbaren Zuständen. Ob beim Arztbesuch, im Krankenhaus, bei Behördengängen oder im Berufsleben – täglich müssen essenzielle Termine abgesagt werden, weil schlichtweg keine Dolmetscher verfügbar sind. Trotz dieser hohen Nachfrage verzeichnet die Hochschule Landshut – der einzige bayerische Studienort für diesen Berufsweg – einen Rückgang der Bewerbungen für das im Oktober startende Wintersemester. Als eine Ursache für die sinkenden Bewerbungszahlen gilt die Verunsicherung vieler junger Menschen angesichts der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI). Dabei wird häufig übersehen, dass Gebärdensprachdolmetschen weit mehr ist als das Übertragen einzelner Wörter oder Sätze.
SOS Foto: Irina Tsicher BERLIN (kobinet) Die Bundesregierung hat im Koalitionsausschuss die Änderung der Krankschreibung beschlossen. Die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon ab dem ersten Tag der Erkrankung soll eingeführt werden. Die Möglichkeit zu telefonischer Krankschreibung soll abgeschafft werden.
Ralf Rohmann hält empört mit beiden Händen seinen Kopf. Vor ihm liegt ein umgefallener Roller, auf dem ein Blindenstock liegt. Foto: privat Berlin (kobinet) Der blinde Inklusionsaktivist Ralf Rohmann aus Berlin ist empört über die gefährlichen Barrieren auf Gehwegen, wie beispielsweise herumstehende und herumliegende E-Roller. Im Interview mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten schildert er die gegenwärtige Situation und macht u.a. seinem Ärger Luft, dass der Staat durch die Duldung dieser Barrieren Menschen mit visuellen, motorischen und anderen Einschränkungen vom öffentlichen Leben ausschließt.
Plakat zur Demo am 1.7.2026 ab 16:00 Uhr am Jungfernsteg in Hamburg zur Schulbegleitung Foto: public domain Hamburg (kobinet) Wie real die Debatten um Kosteneinsparungen und Leistungseinschränkungen sind, das zeigt sich derzeit in Sachen Schulbegleitung in Hamburg. Am 1. Juli 2026 wurde daher gegen das aktuelle Vorgehen des Hamburger Senats demonstriert. "Die Umorganisation der Schulbegleitung in Hamburg sorgt für heftigen Gegenwind: Am Jungfernstieg protestieren rund 1.000 Menschen unter dem Motto 'Hände weg von der Schulbegleitung'. 'Wer an Kindern spart, zahlt morgen doppelt' ist einer der vielen Slogans auf den Plakaten. Oder auch: 'Spart an Euren Diäten, nicht an unseren Kindern'. Unter den Demonstrierenden sind viele Familien und viele Kinder mit Behinderungen. Viele sind besorgt und ärgerlich. Manchen wurde schon mitgeteilt, dass ihre Schulbegleitungsstunden gekürzt werden. Einige Familien sprechen auf der Demonstration davon, dass sie um eine Schulbegleitung kämpfen müssen - auch wenn der Bedarf klar sein sollte. Sie fordern, dass der Senat die Änderungspläne zurückzieht. So auch der Sozialverband Hamburg, die Lehrergewerkschaft GEW, die Schüler:innenkammer Hamburg und Vereine für Menschen mit Behinderung", heißt es in einem Bericht des NDR, der auf Facebook mit einem Video von der Demonstration vom 1. Juli 2026 veröffentlicht wurde.
Weibernetz Foto: Weibernetz Kassel (kobinet) Anlässlich der Veröffentlichung geplanter Sparmaßnahmen von Bund und Ländern im Rahmen der Eingliederungshilfe fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz alle Verantwortlichen auf, die geplanten Änderungen zurückzunehmen und stattdessen die Rechte von Menschen mit Behinderungen konsequent an den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) auszurichten. Denn es zeichnet sich ein massiver Rückschritt der Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigungen ab und der Verein Weibernetz sieht Frauen und Mädchen mit Behinderungen als Verliererinnen einer geplanten Sparpolitik.
Logo der Bundesagentur für Arbeit Foto: BA Nürnberg (kobinet) Auch im Juni 2026 lag die Zahl der arbeitslos gemeldeten Schwerbehinderten in Deutschland über 190.000. Aus den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit geht hervor, dass im Juni 2026 190.098 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet waren. Ein Blick zurück zeigt, dass dies über 6.000 mehr sind als im Juni 2025 als noch 184.013 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet waren. Wie dramatisch diese Entwicklung ist, zeigt ein Blick auf die Zeit vor der Corona-Pandemie, denn im Juni 2019 waren mit 153.876 schwerbehinderten Arbeitslosen über 35.000 weniger gemeldet. Die über 300.000 Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen hinzugenommen, die weit unter dem Mindestlohn und ohne nennenswerte Vermittlungschancen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt dort für viele Jahre arbeiten, gestaltet sich die Situation für den Personenkreis behinderter Menschen äusserst düster.