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Bei der Verleihung des MSD Gesundheitspreises Foto: Evangelische Stiftung Alsterdorf
HAMBURG (kobinet)
Das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf (EKA) hat für sein Projekt BESSER den MSD-Gesundheitspreis 2026 erhalten. Das Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekt richtet sich an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Leonie Ruhwinkel, Jurymitglied und Head of Market Access bei MSD Sharp & Dohme GmbH, würdigte in ihrer Laudatio bei der Preisverleihung in München am 16. Oktober den "innovativen und zugleich hochrelevanten Versorgungsansatz" von BESSER. Das Projekt stehe beispielhaft für eine Gesundheitsversorgung, die niemanden zurücklasse, und zeige, "wie Innovation, Teilhabe und wissenschaftliche Evidenz zusammenwirken können, um die Gesundheit einer besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppe nachhaltig zu verbessern". Zudem lobte sie das "herausragende Engagement und diesen wegweisenden Beitrag zu mehr gesundheitlicher Chancengerechtigkeit".
Doctor and patient interaction in a hospital room, promoting healthcare support. Foto: Tima Miroshnichenko
WITTEN (kobinet)
Forschende des Lehrstuhls für Versorgungsforschung der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben eine Handreichung entwickelt, die Hospize und Palliativeinrichtungen dabei unterstützt, besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse schwerkranker Menschen einzugehen. Anlass ist die Beobachtung, dass aktuelle Defizite bei der Berücksichtigung dieser Bedürfnisse bestehen, etwa bei Patient:innen mit geringen Deutschkenntnissen oder gleichgeschlechtlichen Partner:innen, die nicht automatisch als Angehörige anerkannt werden.
Symbol Ausrufezeichen Foto: Kooperation Behinderter im Internet e.V./Tom Kallmeyer (Creative Commons BY-SA 4.0)
DRESDEN (kobinet)
Der Deutsche Caritasverband e.V. (DCV) sieht in der Verteidigung der demokratischen Ordnung das Fundament für sein sozialpolitisches Engagement. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, zu der seit Dienstag 200 Vertreter von Diözesan- und Ortscaritasverbänden, Caritas-Fachverbänden, Vereinigungen, Orden und großen Trägern aus ganz Deutschland in Dresden zusammengekommen sind, bekennt sich die Caritas zu ihrer politischen Verantwortung angesichts der extremistischen Bedrohung unserer Demokratie. "Wir sind als größter Wohlfahrtsverband gefordert, politisch Flagge zu zeigen. Demokratie ist nicht das Sahnehäubchen, für das wir uns dann einsetzen, wenn die Grundbedürfnisse unserer Klientinnen und Klienten befriedigt sind. Demokratie ist das Fundament. Sie sichert die gleichberechtigte Partizipation der vielen, sie ermöglicht Freiheit und Mitgestaltung. Unser Grundgesetz zu schützen ist Basisarbeit der Caritas", so Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa in ihrer Grundsatzrede.
Das Bundesnetzwerk der Frauenbeauftragten in Einrichtungen "Starke.Frauen.Machen. e.V." veranstaltet am 25. und 26. November 2026 eine Online-Fachtagung zum Thema "Gegen Gewalt und für Empowerment". Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen thematisiert die Tagung Gewaltschutz und Empowerment speziell für Frauen mit Behinderungen, die besonders in Einrichtungen von Gewalt betroffen sind. Die Fachtagung richtet sich an Frauenbeauftragte, Unterstützerinnen, Verbände und weitere Interessierte. Am 25. November referieren Expertinnen aus verschiedenen Bereichen über die Verbesserung des Gewaltschutzes. Am Folgetag, dem 26. November, steht ein Mitmach-Programm auf dem Plan, das sich insbesondere an Frauenbeauftragte richtet. Es umfasst Informationen zur Zusammenarbeit mit Beratungsstellen sowie einen Schnupper-Wendo-Kurs. Alle Interessierten sind zur Teilnahme eingeladen.
Das mittelhessische Lahnstädtchen Marburg wird gelegentlich einseitig mit dem dreist sexistischen Volksporno "Das Wirtshaus an der Lahn" in Verbindung gebracht – Kostprobe "Frau Wirtin hatte nen Galan, der nähert sich ihr stets von hinten an ...". Alles andere als eine rühmliche Visitenkarte also, einerseits. Andererseits hat sich Marburg an der Lahn aber auch einen höchst ehrenwerten Ruf erworben und zwar als Teil der Topografie behindertenemanzipatorisch bedeutsamer Orte innerhalb Deutschlands. Den einer behindertenfreundlichen Stadt für Blinde und Sehbehinderte nämlich. - Der Kobinet-Autor Hans-Willi Weis, promovierter Philosoph und Kulturwissenschaftler, im Alter von neun Jahren an Retinitis Pigmentosa erkrankt und seit über zwei Jahrzehnten vollständig erblindet – andernorts nennt man Leute wie ihn gerne "Vorzeige-Intellektuelle" und schmückt sich mit ihnen - hat in den 1970er Jahren in Marburg studiert und an diese politisch bewegte, aber auch experimentierfreudige Zeit erinnern die heiter melancholischen Betrachtungen seines "Memoir" (wie diese literarische Form biografischen Erzählens mittlerweile durchweg genannt wird).
Close-up of a blue directional sign for accessible parking amidst urban greenery. Foto: Caleb Oquendo
Villmar-Weyer (kobinet)
Am kommenden Mittwoch ist Stephan Laux zu einer öffentlichen Sitzung eingeladen. Der Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales ist ein Gremium der Gemeindevertretung seines Heimatortes und soll über die Genehmigung einer Satzung eines Beirates für Menschen mit Behinderungen und Senior*innen abstimmen.
Stephan Laux wird eher selten um Impulse zum Thema Inklusion und UN‑BRK gebeten. Weder in der allgemeinen Öffentlichkeit noch innerhalb der behindertenpolitischen Szene. Er wurde noch nie von Ottmar Miles Paul, vom Bifos-Institut und schon gar nicht von der Aktion Mensch gebeten, seine Meinung vor anderen Menschen kundzutun. Eigentlich auch nicht von den Kobinet-Nachrichten. Und dennoch tut er es immer wieder uneingeladen.
In seiner neuen Kolumne probt er deshalb seine Rede, die er in der hessischen Provinz vor 8 Zuhörenden halten will: